Auswärtssieg in Flensborg – HSG Ostsee erspielt sich den wichtigen 6. Tabellenplatz

Die HSG Ostsee gewinnt auswärts knapp bei DHK Flensborg mit 27:26 (14:14) und klettert auf Platz 6

Mit 4:2 Punkten hat die HSG Ostsee einen guten Start in das neue Jahr 2022 hingelegt. Das es am vergangenen Wochenende gegen die HSG Eider Harde nicht zu einem Heimsieg gereicht hat, hat den Druck auf das Team von Jens Häusler zusätzlich erhöht, denn der Plan ist und bleibt bis zum Ende der Vorrunde den 6. Tabellenplatz zu erreichen und damit vorzeitig den Klassenerhalt zu sichern. Das Team um Max Folchert, Alex Mendle und Tim Claasen hat trotz des Fehlens von Piet Möller, der kurz vor Spielbeginn mit massiven muskulären Problemen komplett auf der Bank bleiben musste, jetzt beim Auswärtssieg gegen DHK Flensborg einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Das Spiel in der Idraetshallen in Flensborg vor 140 Zuschauern begann wie erwartet dynamisch und schnell. Ole Zakrzewski traf für die Gastgeber nach nicht einmal einer Spielminute zum 1:0, bereits nach nicht einmal sieben Minuten stand es 3:3 und zur Hälfte der ersten Halbzeit erzielte Zakrzewski mit seinem Tor zum 10:9 für DHK Flensborg bereits seinen 6. Treffer. Beide Abwehrreihen schenkten sich nichts und so war es keinem Team möglich sich entscheidend abzusetzen. Mit seinem Tor beim Nachwurf beim 7-Meter, 4 Sekunden vor der Pause, zum 14:14 beendete Jan-Ove Litzenroth die erste Hälfte. Bis zum Halbzeitpfiff sahen die Zuschauer ein spannendes Spiel auf Augenhöhe, bei dem die 140 Zuschauer ihre Heimmannschaft durchgängig lautstark unterstützten.

Nach der Pause ging es mit der Unterstützung der Zuschauer für DHK Flensborg weiter, das Spiel behielt seine anfängliche Dynamik und blieb ausgeglichen. Die Führung wechselte mehrfach und so war es nicht überraschend, das es zur Mitte der 2. Halbzeit 21:21 stand. Dann jedoch erhielt Marius Nagorsen in der 47. Spielminute seine dritte 2-Minuten Strafe und nicht einmal eine knappe Minute später wurde Jan-Ove Litzenroth wegen eines Foulspiel direkt disqualifiziert. Weitere 25 Sekunden später wurde Alexander Mendle mit einer 2-Minuten Strafe belegt und DHK Flensborg nutzte die Möglichkeit gegen nur 3 Feldspieler der HSG Ostsee auf um in der 49. Spielminute auf 24:22 zu erhöhen. Aber die HSG Ostsee behielt die Nerven und kam über Tore von Philipp Wäger, Jonas Engelmann, Yannik Barthel und Tim Claasen zu einem 26:24 in der 55. Spielminute. DHK Flensborg konnte zwar über Tjark Desler und Marcel Möller in der 57. Spielminute den Ausgleich herstellen, den Schlusspunkt setzte dann aber Fabian Kaiser, der nach einem Ballverlust per Tempogegenstoß den Endstand von 27:26 für die Gäste herstellte.

Tore: Yannik Barthel (3), Philipp Wäger (1), Jonas Engelmann (3), Alexander Mendle (4), Fabian Kaiser (5), Tim Claasen (4), Jan-Ove Litzenroth (4/3)

Alexander Mendle: „Nach der Niederlage am vergangenen Wochenende wussten wir als Mannschaft ganz genau um die Bedeutung des Spiels. Flensborg spielt bei ihren Heimspielen meistens deutlich besser als auswärts. In der ersten Halbzeit haben wir phasenweise gut das ganze Spielfeld ausgenutzt und sind auch immer dann zu guten Torchancen gekommen. Leider haben wir das aber nicht konsequent umgesetzt und haben dann immer wieder zu schnelle und einfache Würfe oder Anspiele an den Kreis genommen. Diese Fehler hat Flensborg dann konsequent mit Toren ausgenutzt. In der zweiten Halbzeit haben wir uns auch nicht von diversen Zeitstrafen und roten Karten – teilweise nur zu dritt auf dem Feld – aus der Ruhe bringen lassen. Die letzten 10 Minuten waren dann zweifelsfrei eine wahre Achterbahnfahrt. Hier hätten sowohl Flensborg als auch wir das Spiel schon vorzeitig klarmachen können. Letztendlich hatten wir mit Max im Tor ein klares Plus auf der Torwartposition, was uns die wichtigen und verdienten 2 Punkte eingebracht haben. Jetzt geht es nächste Woche in Berlin genau da weiter, um den 6. Platz zu verteidigen.“

Fabian Kaiser: „Ich denke, dass dieses Spiel ein Spiegelbild der Staffel bzw. Saison war. Es war unglaublich umkämpft und kein Team konnte sich wirklich absetzen, obwohl sowohl wir als auch der DHK gute Möglichkeiten, insbesondere in mehrfacher Überzahl, dazu hatten. Wir wussten dass es beim DHK super schwer werden wird, aber waren einfach auf Wiedergutmachung nach der letzten Woche aus. Am Anfang der Partie hält uns Max mit einigen Paraden frei vom Kreis im Spiel und am Ende der Partie verpassen wir es vorzeitig das Spiel in unsere Richtung zu drehen. Ich bin dann einfach nur noch stolz und froh, dass wir uns von den vielen 2 Minuten Strafen und den beiden roten Karten nicht verunsichern lassen haben und der letzte Gegenstoß dann noch gepasst hat. Nichtsdestotrotz kommt jetzt jede Woche eigentlich ein 4-Punkte Spiel und direkt am Samstag in Berlin gilt es weitere wichtige Punkte für Platz 6 zu holen.“

Frank Barthel: „Das war ein ganz anderes Spiel als noch vor einer Woche gegen Eider Harde. Wir haben wesentlich sicherer agiert und unsere Deckung hat besser funktioniert. Wir waren definitiv nicht aggressiver bzw. unfairer als DHK, mussten aber mehr als doppelt so viele Zeitstrafen hinnehmen und sogar zwei rote Karten, eine gegen Marius Nagorsen wegen dreimal 2-Minuten und knapp 2 Minuten später kurz vor der Crunchtime eine direkte rote Karte gegen Jan-Ove Litzenroth. Trotzdem hat es DHK nicht geschafft den Sack zuzumachen und das ist unserer sehr geschlossenen Mannschaftsleistung zu verdanken, auf die ich maximal Stolz bin. Max Folchert hat im Tor wichtige Bälle pariert und auf dem Feld hat jeder für jeden gespielt. Mit einem 4:0 Lauf von der 50. Spielminute bis zur 56. Spielminute reißen wir das Spiel dann an uns. Zwar geht es dann aus unserer Sicht noch zu viel hin und her, aber am Ende macht Fabi Kaiser den Deckel drauf. Das war nach dem gesamten Spielverlauf mehr als verdient und daran wollen wir jetzt anknüpfen.“

2014 wurde die HSG Ostsee aus den Vereinen TSV Grömitz und TSV Neustadt gegründet, beide Gründungsvereine haben eine erfolgreiche Handballvergangenheit, aber für die verantwortlichen beider Clubs war klar, dass es für die Zukunft wichtig sein würde Synergien zu nutzen und Kräfte zu bündeln, um weiterhin eine Rolle im Schleswig-Holsteinischischen Handball zu spielen.

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